[Buchgedanken] Julia Adrian: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“

(Achtung: Die hier enthaltene Kurzzusammenfassung enthält leichte Spoiler bezüglich der Handlung des Vorgängerbandes)

Vor einiger Zeit habe ich „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“, den zweiten Teil von Julia Adrians zauberhaften Märchenreihe gelesen. Ob dieser mich ebenso begeistern konnte, wie der Erste (bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich), möchte ich Euch jetzt mitteilen :). Das Buch ist 2015 im Drachenmond Verlag erschienen und am ehesten als Märchenadaption einzugruppieren.515l1uy1nxl-_sx310_bo1204203200_

Bereits fünf Feen sind unter dem Schwert des Hexenjägers gefallen, bevor er sich Lilith, der dreizehnten Fee, zuwendet. Diese wartet im Schloss ihrer Schwester, der Eishexe, auf das Urteil der verbliebenen Feen. Weshalb ist sie damals verraten worden? Und warum gerade jetzt erwacht? Noch immer hat Lilith keine Antworten auf die drängendsten Fragen gefunden. Einzig das Orakel, ihre Schwester Kassandra, könnte Licht ins Dunkel bringen, doch deren Macht schwindet mit jeder Sekunde. Wird es Lilith gelingen, die Rätsel noch rechtzeitig zu lösen, bevor ihre große Liebe, der Hexenjäger, alle Feen vernichtet?

Insgesamt kommt „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ nicht ganz an die Brillanz des ersten Teils heran, ist (da ich mit dem dritten Band nahezu fertig bin) wohl der schwächste Teil der Reihe. Um dies ganze aber mal in die richtige Perspektive zu rücken, bevor jemand das falsch versteht: „Entzaubert“ ist eines der besten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe und würde auf einer Skala von 1 bis 10 lockere 11 Punkte erreichen. Nur hat Julia Adrian mit dem ersten Band ein „Überbuch“ vorgelegt, das mich so begeistert, so zerstört hat, wie kein anderes seit langem.

„Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und erzählt die Geschichte von Lilith weiter. Bemerkenswert ist, dass mit Fortschreiten der Serie die Charaktere auch konsequent weiterentwickelt werden, was vor allem bei Lilith zu immer stärker ausgeprägten, fast schizophrenen Charakterzügen führt. Dabei tauchen auch liebgewonnene Nebencharaktere aus dem ersten Band (Uhrmacher) wieder auf und nehmen eine größere Rolle in der Geschichte ein. Gleichzeitig lernt man in dem Roman die anderen Feen besser kennen, ihre Geschichten und Schicksale, ihre verschiedenen Charaktereigenschaften und magischen Fähigkeiten.

Womit ich auch schon beim einzigen, hauchzarten Kritikpunkt wäre, der auch mehr dem persönlichen Geschmack entspringen kann. Durch die ganzen Rückblenden, in denen die Vergangenheit Pandoras und die Geschichten der Feenkinder erzählt werden, ist mir die Handlung etwas zu entschleunigt. Zwar tragen die Rückblenden durchaus zum Verständnis bei, und sind – wie alles in dem Buch – exzellent geschrieben, aus meiner Sicht ist jedoch die Balance – minimal – verschoben, der Fokus einen Hauch zu stark auf die Rückblenden gelegt, im Verhältnis zum restlichen Text. Nichtsdestotrotz gelingt es Julia Adrian, den Spannungsbogen immer aufrecht zu erhalten und den Leser durch unerwartete Wendungen immer wieder in eine neue Richtung zu lenken.

Wie schon angemerkt, habe ich sonst nichts auszusetzen. Der Schreibstil ist erneut grandios, der Weltenbau gelungen. Mit ihrer bildgewaltigen Sprache schafft die Autorin ein Kopfkino, das die jetzigen und vergangenen Ereignisse in Pandora vor dem geistigen Auge des Lesers zum Leben erweckt. Auch die Wahl der Ich-Perspektive von Lilith erweist sich erneut als Glücksgriff, so kann der Leser ihre Gedanken und Gefühle, ihre ambivalente Entwicklung nachvollziehen und miterleben.

Das Cover ist – wie könnte es anders sein – vom talentierten Alexander Kopainski entworfen worden und, erneut, ein Meisterwerk. Lektorat und Korrektorat (Michael Lohmann), Buchsatz (Astrid Behrendt), und Illustration (Svenja Jarisch) sorgen dafür, dass dieses Buch erneut liebevoll gestaltet und zusammengestellt wurde. Hier trifft der Verlagsslogan „Bücher mit Herzblut“ voll und ganz zu – es sind alles kleine Schätze. Die Coverinnenseiten sind teils ausklappbar und als kleines Gimmick wurden am Ende des Buches noch einige Bilder von einem Malwettbewerb zur Romanreihe abgedruckt.

Mein Fazit: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und ist ein gelungenes, phantastisches Buch. Der Roman punktet vor allem durch bildgewaltige Sprache, ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Protagonisten. Muss man als Liebhaber von phantastischen Geschichten gelesen haben – und auch, wenn einem das Genre fremd ist, sollte man der Autorin eine Chance geben und sich verzaubern lassen.

Julia Adrians Reihe setzt bereits jetzt Maßstäbe und gehört zum Besten, was die deutsche Phantastik hervorgebracht hat. Daher blicke ich, mit einem weinenden und einem lachenden Auge, zum dritten Teil, den ich gerade lese. Ich kann das Ende kaum erwarten, und möchte doch nicht, dass es ein Ende nimmt. Gibt es ein größeres Kompliment, das man einem Autor machen kann?

[Buchgedanken] Benne Schröder: „In der Liebe ist die Hölle los“

Da heute im Süden gesetzlicher Feiertag ist, nutze ich die Zeit direkt mal, um eine Rezension zu verfassen, die schon viel zu lange darauf wartet, getippt zu werden. Außerdem: Was wäre passender, als an Fronleichnam ein teuflisches Buch über das Geschäft mit dem Tod zu besprechen? :).

Bereits vor einiger Zeit habe ich „In der Liebe ist die Hölle los“ von Benne Schröder gelesen (den ich auch auf der LLC und der LBC getroffen habe). Das Buch ist 2017 bei LYX in der Bastei Lübbe AG (daran habe ich mich immer noch nicht so ganz gewöhnt) erschienen und ist das Debüt des Radiomoderators Benne Schröder bei Publikumsverlagen. Allein über das Genre des Buches könnte man ganze Blogposts verfassen und sich trefflich streiten. Da hier aber die Inhalte im Vordergrund stehen sollen, ordne ich es jetzt einfach mal pauschal als New-Adult-Romantasy ein, auch wenn es sicherlich gute Argumente gibt, das Buch entweder als klassische Liebesgeschichte oder sogar als Urban Fantasy zu sehen, wenn man bedenkt, dass kein Protagonist rein menschlich ist.

Catalea Morgenstern wünscht sich nichts sehnlicher, als ein einfaches Leben zu führen. 51nflt2pjml-_sx343_bo1204203200_Sie lebt und studiert in Köln und ist frisch verliebt. Alles hätte so schön werden können, wenn, ja wenn es ihre teuflische Familie nicht gäbe. Schon seit Langem verlangt Cataleas Vater, dass diese endlich in die Firma einsteigt, über die er seit Urgedenken herrscht und die ihr Geschäft mit dem Tod macht. Auch wenn es für Catalea die Hölle ist, gibt diese nach und beginnt, als Todeshändlerin zu arbeiten. Als bei einem ihrer Aufträge etwas schief geht und sie sich der Kölner Polizei gegenübersieht, beginnt für Catalea ein Kampf auf Leben und Tod, ein Ränkespiel, dessen Intrigen die ganze Dunkelheit erschüttern und bis in den tiefsten Höllenkreis reichen. Denn ihr Vater ist niemand Geringeres als der Teufel höchstpersönlich.

Mit „In der Liebe ist die Hölle los“ tritt Benne Schröder den lebenden Beweis dafür an, dass auch Männer Liebesromane schreiben können (etwas, was seit Jahren auf quasi jeder Romance-Convention heiß diskutiert wird). Beachtlich ist, dass der Roman fast ganz aus der Sicht von Catalea, einer weiblichen Ich-Erzählerin geschrieben ist. Dadurch wird es dem Leser ermöglicht, sehr nah an den Gedanken und Gefühlen der Protagonistin zu sein, sich schnell mit ihr zu identifizieren, mit ihr zu leiden, zu wüten, zu lachen.

Eine der größten Stärken des Buches liegt dabei in der Leichtigkeit der Geschichte. In nahezu allen Liebesromanen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, kamen schwerste Schicksalsschläge, Krankheiten, Suizidversuche etc. vor. Und auch wenn es hier ebenfalls (wie könnte es bei der Hölle anders sein) um Leben und Tod geht, so gelingt es Benne Schröder jedoch, durch einen frischen Schreibstil – und auch durch kleine, eingestreute Sidegags wie Timurs wechselnde Autos oder das Handbuch der Toten – die Lockerheit nicht zu verlieren und den Leser nicht in bedeutungsschwangeren Momenten zu ertränken.

„In der Liebe ist die Hölle los“ punktet auch durch seine sorgsam ausgearbeiteten, plastischen und vielschichtigen Charaktere, die sich im Laufe des Buches (auch wenn es bei Timur zähneknirschend langsam vorangeht) weiterentwickeln. Dabei sind vor allem auch die Nebenrollen faszinierend, Charaktere wie Judas, Kitty und Mia (von letzterer würde ich mir im zweiten Teil mehr wünschen!) treiben die Geschichte nicht nur voran, sondern sorgen auch für tolle Szenen, die beim Lesen richtig Spaß machen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und der Leser durch unerwartete Wendungen immer mal wieder überrascht. Kleinere Unstimmigkeiten sind zwar vorhanden, diese fallen aber vor dem beeindruckenden Setting kaum ins Gewicht. Positiv hervorheben möchte ich noch, dass das Buch – obwohl als zweibändige Reihe (leider nur zwei …) angelegt – auch als Standalone-Roman gelesen werden kann, da die Geschichte durchaus abgeschlossen ist und keinen argen Cliffhanger bietet.

Lektorat und Korrektorat haben ausgezeichnete Arbeit geleistet, das Cover ist ansprechend und hochwertig gestaltet, die Schrift leicht geprägt und es ist ausklappbar und bietet mit den farbigen Coverinnenseiten auch tolle Farbakzente. Dennoch hätte es von meiner Seite beim Cover auch noch leichte Luft nach oben gegeben, es ist isoliert betrachtet schön, aber beim Scannen eines Bücherregales wäre es kein Eyecatcher, der meinen Blick sofort auf sich lenken und mich allein schon vom Cover her anziehen würde.

Mein Fazit: „In der Liebe ist die Hölle los“ ist ein frischer, überzeugender Liebesroman mit phantastischem Setting, der vor allem durch seine interessanten Protagonisten und den locker-humorvollen Schreibstil überzeugt, und Lust auf mehr macht. Für Liebesromanleser bedenkenlos zu empfehlen, ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der im November 2017 erscheint.

[LBC2017] Bücher hautnah erleben

Gestern war ich auf (meiner ersten) Litblog Convention in Köln. Sie fand in den 20170610_112552Verlagshallen von Bastei Lübbe statt und wurde von ebendiesem Verlag, zusammen mit Kiepenheuer & Witsch, Community Editions und Diogenes veranstaltet. Die LBC (interessante Abkürzung, genau zwischen der LLC und der LBM^^) ist eine Veranstaltung exklusiv für Blogger, um etwas mehr über neue Bücher der Verlage zu erfahren, Workshops mit Autoren zu besuchen, oder einfach etwas zu Netzwerken.

Im sehr fairen Eintrittspreis von 25€, zzgl. Gebühren, waren bereits eine Goodiebag mit mehreren Büchern (unter anderem Petra Hülsmanns #1-Bestsellertitel „Das Leben fällt, wohin es will“) und einem Jahresplaner für 2018, sowie freie Getränke (bei dem Wetter enorm wichtig) und Snacks enthalten.

20170610_115833Am Vormittag besuchte ich die Buchvorstellung von „Die Perfekten“, Caroline Brinkmanns neuestem Werk, das im August bei „One“ erscheinen wird. „Die Perfekten“ ist ein dystopisches Jugendbuch, das gesellschaftskritisch das Thema „Genmanipulation“ behandelt. Neben der Buchvorstellung plauderte Caroline auch über den Weg zum Verlag, den sie erstmals über eine Agentur gesucht hatte. Nach dieser tollen Veranstaltung, ging es dann auch direkt in die Mittagspause.

In den Nachmittag startete ich mit eine Workshop zu Büchern und Social Media, der von Sarah Liz (rd. 550.000 Instagram-Follower) geleitet wurde. Neben einigen, allgemeinen Social-Media-Tips nutzte Sarah vor allem die Chance, das Programm des neugegründeten Verlags „Community Editions“ vorzustellen, der exklusiv Bücher von Influencern und Social-Media-Stars anbietet.

Im Anschluss ging es direkt weiter mit einem Gespräch mit Benne Schröder zu Männern 20170610_150427(0)und Liebesromanen. Benne, der mich von der LLC direkt wiedererkannte und sich sogar an meinen Namen erinnerte (Schockstarre^^), stellte sein Buch „In der Liebe ist die Hölle los“ vor, und plauderte locker und ungezwungen mit den Gästen – der erfrischendste und lustigste Teil des Tages.

20170610_160418Die letzte Veranstaltung: Das Highlight des Tages! Eine meiner absoluten Lieblingsautoren seit fast 20 Jahren, eines meiner literarischen Vorbilder, stellte sich den Fragen des Moderators und des Publikums: Rebecca Gablé. Mir schwirrt noch immer der Kopf von ihren tollen Antworten zum Thema Recherche, zu ihrem Schreibprozess, zu Entwicklungen auf dem Buchmarkt und vielem mehr. An dieser Stelle auch noch: Glückwunsch, da vor ziemlich genau 20 Jahren (1997) Rebeccas erster historischer Roman „Das Lächeln der Fortuna“ erschienen ist, der sich bis heute mehr als 1.000.000 Mal verkauft hat.

Nach dem offiziellen Ende der Workshops und Vorträge fand noch ein lockerer Ausklang des Abends statt. Die Autoren signierten Bücher, stellten sich in kleiner Runde nochmal den Fragen der Anwesenden. Hierzu wurde das Getränkeangebot, das bisher aus Fassbrause und Wasser bestand, mit Bier und Biermix-Getränken aufgestockt, und ein kleines, aber feines Buffet aufgebaut.

Alles in allem ein tolles Event, das ich, wenn möglich, auch im nächsten Jahr wieder besuchen möchte – dann aber hoffentlich mit einer kleinen Gruppe an Bloggern, da die Zeiten zwischen den Veranstaltungen allein doch sehr eintönig sind und es zusammen bestimmt noch mehr Spaß macht! 🙂

Zum Abschluss hier noch ein paar Impressionen aus den heiligen Hallen :).

[Buchgedanken] Emily Bold: „Klang der Gezeiten“

Schon vor einiger Zeit habe ich Emily Bolds „Klang der Gezeiten“ gelesen, komme aber erst jetzt dazu, die Rezension zu verfassen. Das Buch ist – in der lizensierten Auflage – 2017 als Ullstein Taschenbuch erschienen, die Originalveröffentlichung erfolgte 2014. Es ist am ehesten dem Genre Contemporary Romance zuzuordnen.

Wenn das Glück nur Augenblicke währt…51tgjzj16ml-_sx319_bo1204203200_
Bei Arbeiten an ihrem Haus am Strand stirbt Daniel, Pipers Traummann und Vater ihres ungeborenen Kindes. Um die Leere zu verarbeiten und dem Verstorbenen nah zu sein, zieht Piper, gegen den Rat ihrer Freunde, in das unvollendete Haus am Meer.  Doch der Verlust, der attraktive Nachbar Ewan und Kevin, ihr Freund aus der Jugendzeit, stürzen Piper in ein immer stärkeres Gefühlschaos. Untermalt vom Klang der Gezeiten versucht sie, einen Weg zurück in ihr Leben zu finden. Doch darf sie überhaupt neue Gefühle zulassen?

„Klang der Gezeiten“ ist (wie auch bereits „Lichtblaue Sommernächte“ [zur Rezension]) eine Mischung aus Liebesroman und Schicksalsroman. Erneut gelingt es der Autorin gut, die Balance zwischen den verschiedenen Genres zu wahren, sodass der Roman nicht abgleitet. Im Gegensatz zu „Lichtblaue Sommernächte“ wird das Buch jedoch stringenter erzählt, mit gelegentlichen Rückblenden.

Emily Bold überzeugt mit einer gefühlvollen, eindringlichen Sprache, die es dem Leser erlaubt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, die den Leser tief in Pipers Gedanken und Gefühle abtauchen lässt.

Auch wenn die Handlung einige unerwartete Wendungen aufweist, ist sie doch – für den objektiven Betrachter – durchaus vorhersehbar. Dies ist jedoch nicht tragisch, da man als Leser mit Piper trauert, lacht und verzweifelt und den Weg zum genretypischen Happy End mit ihr, und den ihr innewohnenden Ängsten, miterlebt. Solang Piper nicht an das Glück glaubt, solang gelingt es auch der Autorin, den angelegten Pfad dorthin für den Leser zweifelhaft erscheinen zu lassen.

Die Protagonisten des Romans sind – wie auch die Nebenfiguren – vielschichtig angelegt und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass der perfekt aussehende Nachbar nicht den klischee- und genretypischen Beruf des Arztes ausübt, kann dies in diesem Fall aber nachvollziehen, da es aufgrund der Arbeit von Piper und Jenna und den damit verbundenen Storylines ausnahmsweise mal wirklich zur Handlung passt.

Eine Chance hat das Buch allerdings etwas verpasst. Neben Polizisten und Krankenschwestern, neben Altenpflegern und Erziehern, gehören Feuerwehrmänner (der Einfachheit halber werden hier nicht-gegenderte Berufsbezeichnungen verwendet), zu den Berufen, die chronisch unterbezahlt sind im Vergleich zu ihrer Opferbereitschaft und den großen Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen. Zwar wird im Buch ein heldenhafter Einsatz von Daniel angesprochen, das Thema hätte aber noch stärker eingeflochten werden können.

Ein Lob möchte ich an dieser Stelle noch an das Lektorat und Korrektorat aussprechen, die eine wirklich runde und fehlerfreie Geschichte abgeliefert haben. Der Buchsatz ist ebenfalls gelungen, das Cover wunderschön und sowohl auf der Vorderseite, als auch auf der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt.

Mein Fazit? „Klang der Gezeiten“ ist eine wundervolle Mischung aus Liebes- und Schicksalsroman. Das Buch punktet mit gut ausgearbeiteten Charakteren, mit denen man sich sofort identifizieren kann. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Shortlist-Mania!

Ein neuer Tag, eine neue Shortlist? Wer jetzt denkt, ich hätte es mal wieder mit einem Text auf eine Wettbewerbsshortlist geschafft, liegt falsch. Es sind zwei :D.

Ich freue mich ganz besonders, Euch heute mitteilen zu dürfen, dass sowohl mein Fantasy-Text „Die Lippen rot wie Blut“ als auch mein Science-Fiction-Experiment „Raysom“ auf den jeweiligen Shortlists des Drachenstern-Fantastik–Preises gelandet sind.

Damit ist endlich, endlich, der Bann gebrochen und die Negativserie, die hartnäckig von dem Fantasy-Genre Besitz ergriffen hatte, beendet. Ich kann es kaum erwarten, die beiden fertigen Bände mit den Shortlist-Texten irgendwann in den Händen zu halten. Fürs Erste bleibt es aber noch spannend: Wer räumt in beiden Kategorien einen der ersten drei Plätze ab? Daumen drücken! 🙂

Die gesamten Shortlists und Informationen zu dem Fantastikpreis findet Ihr unter: http://blog.drachenstern-verlag.de/fantastik-preis/ .

So kann man in einen Monat starten! 🙂

Und täglich grüßt … die Shortlist!

Mal wieder ist eine Ausschreibung ausgewertet worden, und mal wieder bin ich in gewisser Weise auf einer Shortlist gelandet.

Aus den 296 Texten, die das Magazin „zugetextet“ zu seiner Ausschreibung „Coming of Age“ erreicht hatten, hat die Redaktion in mühevoller Arbeit die aus ihrer Sicht qualitativsten Texte ausgesucht und diese in drei Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe finden sich 21 Texte, die definitiv für die nächste Ausgabe berücksichtigt werden sollen und in der dritten Gruppe 27 Texte, die, wenn es der Autor wünscht, auf dem Blog des Magazins veröffentlicht werden.

Mein Text (einer meiner Herzenstexte) „Goethe und Ich“ befindet sich in Gruppe zwei, zusammen mit 18 weiteren Texten. Dies sind Texte, die beim Layout oder als Ersatz für zurückgezogene Texte noch ins Magazin rücken könnten – bei Ohneohren wäre das der „Vielleicht“-Stapel ;). Es bleibt also spannend – spätestens in zwei Wochen sollte das definitive Ergebnis stehen – also drückt die Daumen :).

Achja – und in der nächsten Woche sollen auch die Shortlists der Drachenstern-Ausschreibungen präsentiert werden – hier ist aber wohl alles Daumendrücken in diesem Jahr vergebens, da ich fest mit zwei Ablehnungen rechne :).

[LLC2017] Von reitenden Verlagsleitern und Networking-Erfolgen

Immer noch komplett geschafft, bin ich vor kurzem von der diesjährigen LoveLetter Convention zurückgekehrt. Was. Für. Ein. Wochenende! Tolle, nette Autoren, altbekannte und frisch hinzugestoßene Gesichter, interessante Diskussionen und Veranstaltungen – die LLC hatte wirklich für jeden etwas zu bieten. Nationale und internationale Superstars der Szene gaben sich in diesem Jahr die Ehre. Mein Romance-Fanherz quillt immer noch über von den tollen Begegnungen mit Mona Kasten, Jacqueline Vellguth, Bianca Iosivoni und vielen mehr. Und – ein Random Fact am Rande – Martina Gercke hat nicht nur meinen Namen erkannt, sondern wusste auch, dass ich in diesem Jahr Texte veröffentlicht habe *blush*. Das ließ mich sprachlos zurück und ist das beste Argument für Vernetzung, das man geben kann (Danke WordPress!!!).20170520_162408

Doch wer denkt, das internationale Line-Up um Samantha Young, Cora Carmack, Jay Crownover, Margaret Mallory, Ann Aguirre und Cara Conelly sei nicht zu toppen, liegt falsch. Denn für die LLC 2018 hat bereits ein absoluter Weltstar im Romantasy-Genre zugesagt. Wer? Das verrate ich am Ende des Berichts :).

Nachdem ich die Nacht im Zug verbracht habe, ging es direkt um kurz nach 9 am 20170520_093719Samstagmorgen auf das GLS-Gelände in der Kastanienallee. Dank der pünktlichen Bahn, schaffte ich es auch zum gewünschten, ersten Programmpunkt: Der Lesung von Bianca Iosivoni. Nach einer ausgedehnte Kaffeepause, und den ersten Meet&Greet-Begegnungen besuchte ich dann, wie geplant das Panel zum Thema „Phantastische Romantik“, auf dem neben Bianca Iosivoni (der rote Faden durch den 20170520_110840Vormittag^^) noch Mona Kasten, Johanna Danninger, Inka Loreen Minden, Jacqueline Vellguth und Marah Woolf Platz fanden. Neben angeregten Diskussionen über Genremerkmale und Konventionen in der Romantasy gab es, immer mal wieder, auch interessante persönliche Anekdoten der Autorinnen.

Vor und nach der Mittagspause traf ich dann noch einige weitere Autoren, unter anderem einen meiner neuen Helden: Benne Schröder – ein männlicher Romance-Autor, der nach einigen Veröffentlichungen im Kleinverlag den Sprung zu LYX geschafft hat; der aus der weiblichen Perspektive erzählt und überaus sympathisch, erfrischend und witzig ist, wie sein Auftritt am sonntäglichen Round Table (s. u.) gezeigt hat. Am 20170522_090510Nachmittag verfolgte ich dann noch eine Panel-Diskussion zum Thema „Book Boyfriends & Girlfriends“ mit Ann Aguirre, Samantha Young, Martina Gercke, Monica Murphy und Jay Crownover. Danach ließ ich den Tag gemütlich ausklingen, besuchte noch einige Meet & Greets und traf auch Manuela Inusa wieder, die die LLC diesmal als Gast und nicht als Autorin besuchte.

20170521_132036Der Sonntag begann, ebenfalls gegen 9.30 Uhr, mit dem Meet & Greet von Emily Bold, die den ganzen Sonntag in ihre Gewalt brachte, da sie eine Bull-Riding-Anlage im Garten des Veranstaltungsgeländes aufbauen ließ. Dass von diesem Spektakel niemand die Finger lassen konnte, zeigt das Bild, als unter großem Jubel kurz vor Schluss Simon Decot, Bastei Lübbe Programmchef für LYX und die digitalen Bastei-Label, auf dem Bullen Platz nahm und sich ordentlich schlug.

Zurück am Vormittag nahm Simon Decot, zusammen mit Thorsten Simon von BoD und20170521_110610 den Autoren Michael Meisheit (als Vanessa Mansini) und Benne Schröder an dem Round Table zu männlichen Autoren im Romance-Genre teil, moderiert von Annie Stone. Vor dieser Diskussion besuchte ich noch ein Panel zum Thema Jugendroman mit Cora Carmack, Ann Aguirre, Samantha Young und Kelsey Sutton – die definitiv witzigste Veranstaltung des Tages mit Einblicken in die Jugendzeit der Autorinnen, mit vielen tollen Young-Adult-20170521_100701Buchempfehlungen und vor allem mit tollen Tipps zum Genre generell. Und … Kelsey Sutton … what a Sweetheart! Falls es jemanden interessieren sollte: Cora ist Slytherin, Ann und Kelsey sind Hufflepuff und Samantha ist eine Gryffindor :).

Bevor es dann am späten Nachmittag zum krönenden Abschluss, der Signierstunde kommen konnte, besuchte ich noch eine Lesung von Margaret Mallory, die20170521_140853 aus ihren historischen Romanen las. Doch, kommen wir ohne lange Vorrede, nun zum jährlichen Highlight der LLC, das ich 2016 leider verpasst hatte: die Signierstunde (wobei der Begriff „Stunde“ nicht ganz wörtlich zu nehmen ist, da sie von 16-18 Uhr stattfand).

Nahezu alle Autoren und Autorinnen (36 von 39) signierten dort ihre jeweils aktuellen Bücher. Aufgeteilt in drei Gänge konnte man sich pro Runde einen Gang aussuchen, und erhielt dann insgesamt drei Bücher. Ich hatte zwar etwas Pech mit meinen Gängen – die Wartezeit war immer relativ lang – daher schaffte ich „nur“ drei Durchgänge, während Andere vielleicht 4-5 mal durch die Reihen gingen. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich trotzdem überglücklich. Einerseits hätte ich kaum mehr Bücher in meinen Koffern und Taschen unterbringen können, andererseits habe ich auch – mit Ausnahme eines Buches – alle Bücher bekommen, die ich unbedingt haben wollte (Jacqueline Vellguth, Marah Woolf, Mona 20170522_085310Kasten und Benne Schröder). Als kleines Gimmick gab es auch bereits im Voraus ein Buch von A. L. Jackson als Beigabe in der Conventiontasche – und auch Ann Aguirre und Corinna Bomann schenkten mir jeweils ein weiteres Buch, sodass ich mit … 12 … neuen Büchern das Wochenende verließ (und mit einem weinenden SuB, der immer weiter explodiert). Neben den Büchern habe ich euch auch ein Foto der tollen 20170520_123504Goodies (siehe oben) gemacht. Nach der Zuckerwatte im letzten Jahr gab es dieses Jahr Kaffee, Kugelschreiber, natürlich auch wieder Notizzettel, einen BoD-Block, eine Tasse, viele Beutel u.v.m. Auf dem Bild ist auch der Convention-Katalog zu sehen. In diesem Jahr habe ich dort die Unterschriften von 31 der 39 Autoren sammeln können. Challenge: Wer schafft im nächsten Jahr mehr? :).

Ah, und bevor ich es vergesse, hier noch die Auflösung: Im nächsten Jahr wird Lara Adrian die LLC besuchen. Lara Adrian! Mein Besuch ist damit sicher :). Bis zum nächsten Jahr, Berlin!

Viele Grüße,
Erik