[Buchgedanken] Kerstin Ruhkieck: „Ein Cowboy am Nord-Pol oder Der Tag des hässlichen Hundes“

Als viertes Buch in meinem fantastischen Lesefrühling habe ich „Ein Cowboy am Nord-Pol oder Der Tag des hässlichen Hundes“ von Kerstin Ruhkieck gelesen und biege damit auf die (lange) Zielgerade des Lesefrühlings ein. Auch mit dem fünften Buch bin ich fast fertig, dann folgen nur noch zwei. Nichts leichter als das *hust*.

„Ein Cowboy am Nord-Pol oder Der Tag des hässlichen Hundes“ erschien 2016 im51l-pujxcql-_sx349_bo1204203200_ Drachenmond Verlag und ist dem Genre Young-Adult-Romance zuzuordnen. Es beschreibt die Geschichte der unscheinbaren Nora Nord und des Einzelgängers Jakob Pol. Ungeplant kommt Nora, die nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Großmutter lebt, mit Jakob zusammen, der weder ihren Namen kennt, noch sich sonderlich für sie interessiert. Doch mit jeder Beleidigung, mit jeder Provokation wächst Noras Faszination für Jakob. Verbirgt sich noch eine andere Persönlichkeit hinter der Maske der Oberflächlichkeit? Und welche Rolle spielt der vernachlässigte Hund „Dreamer“?

Kerstin Ruhkiecks Roman ist eine willkommene Abwechslung im sehr fantasy-lastigen Lesefrühling und trifft – nicht nur mich – mitten ins Herz. Gefühlvoll und mit einem locker-leichten Schreibstil, der sich gut an das Genre und die Protagonisten anpasst, erzählt Kerstin Ruhkieck die Handlung und lässt den Leser mit Nora lachen und leiden. Hinter der grundsätzlich klassischen Liebesgeschichte verbergen sich ernste Themen, die gekonnt in den Roman eingeflochten werden. Dabei gelingt es der Autorin stets die Balance zu halten, und das Buch nicht zu einem Schicksalsroman werden zu lassen. Die einzelnen Figuren, insbesondere Nora, machen im Verlauf des Buches eine starke Entwicklung durch und dienen dem Leser, vor allem Jugendlichen, als Identifikationsfigur. Mit unerwarteten Wendungen schafft es Kerstin Ruhkieck zudem, den Spannungsbogen jederzeit aufrechtzuerhalten. Auch wenn natürlich einige Elemente der Handlung vorhersehbar sind, bleibt der Leser jederzeit nah an der Geschichte und fiebert mit Nora mit.

Bezüglich des Spannungsbogens hätte ich mir noch etwas mehr externe Dramatik gewünscht, die das kurze Buch bedenkenlos auch noch hergegeben hätte. Etwas mehr von Allia, von Lyssa oder Jakobs Mutter hätte für noch größere Auf und Abs in der Handlung sorgen können. Aber vielleicht ist das Buch auch bewusst so minimalistisch angelegt, sodass eine extreme Konzentration auf das Innenleben beider Protagonisten möglich ist.

Das Cover ist von Rica Aitzetmüller gestaltet worden und passt gut zum Buch. Auch der Buchsatz, das Lektorat und das Korrektorat überzeugen meistens, die kleineren Fehler, die überlebt haben, stören keinesfalls den Lesefluss. Alles in allem muss aber auch angemerkt werden, dass das Buch insgesamt von der Aufmachung zwar nicht zu beanstanden ist und allgemeine Standards übertrifft, jedoch mit den phantastischen Büchern des Verlages, die ich bislang in der Hand hatte, nicht ganz mithalten kann.

Mein Fazit? „Ein Cowboy am Nord-Pol oder Der Tag des hässlichen Hundes“ ist ein klassischer Young-Adult-Romance Roman. Er konzentriert sich aufs Wesentliche, auf das Leben und die Probleme der Hauptpersonen und blendet dabei auch ernste Themen nicht aus. Das Buch punktet durch tolle Charaktere, die sich kontinuierlich weiterentwickeln, hätte jedoch aus meiner Sicht noch mehr Dramatik vertragen können. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

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