Metaphern: Fluch und Segen beim Schreiben

Gestern bin ich über diesen interessanten und informativen Beitrag zum Thema Metaphern gestolpert und möchte ihn Euch natürlich nicht vorenthalten.

Wie sieht es bei Euch aus? Nutzt Ihr (bewusst) Metaphern? Stören sie Euch im Übermaß beim Lesen?

__________________ ein buch wie kings turm

Ich liebe Metaphern. Einen Gegenstand, ein Gefühl, eine Stimmung mittels sprachlicher Übertragung zu beschreiben, ist eine großartige literarische Möglichkeit. Aus diesem Grund neige ich wohl auch dazu, die Nutzung dieser – ursprünglich der Rhetorik entstammenden Technik – manchmal zu übertreiben.

Aber von Anfang an. Die Definition von Metapher liest sich bei Wikipedia so:

„Eine Metapher ist ein Ausdruck, der statt des wörtlich Gemeinten etwas bezeichnet, das ähnlich ist. Der eigentliche Ausdruck wird durch etwas ersetzt, das deutlicher, anschaulicher oder sprachlich reicher sein soll, z. B. Baumkrone für ‚Spitze des Baumes‘ oder Wüstenschiff für ‚Kamel‘.“

Das ist klar formuliert und benutzerfreundlich gleich mit Beispielen illustriert (wobei „illustrieren“, wie man bemerken könnte, auch eine Metapher ist). Da man sich nie gar zu sehr – bei aller Liebe – auf Wikipedia verlassen sollte, hier der Anfang des Eintrags „Metapher“ in Meyers Großen Konversationslexikon von 1905:

Metapher (griech. metaphorá, lat. translatio, »Übertragung«) ist…

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4 Gedanken zu “Metaphern: Fluch und Segen beim Schreiben

  1. Hallo Erik! Ich bin ein absolut metaphernverliebter Schreiberling, aber das dürftest du ja bereits wissen 😉

    Aber ja, der Artikel fasst ziemlich gut zusammen, dass es nicht leicht ist, gute Metaphern zu schreiben. Man braucht dafür eine Menge Sprachgefühl und auch Kreativität, wenn man nicht schon wieder auf etwas Ausgelutschtes zurückgreifen möchte.

    Trotzdem stelle ich mich dieser Herausforderung mit „neuen“ Metaphern immer wieder. Warum? Weil sie dem Text doch einen sehr eigenen Stempel geben. Und unglaubliche Stimmung erzeugen können: Ich liebe es zum Beispiel, das Setting zu personifizieren und damit Grusel zu erzeugen, was durch statische Beschreibungen der Umwelt nie erreicht werden könnte.

    Für mich ist nur eindeutig das größte „Problem“ bei neuen Metaphern, dass es ziemlich viel Zeit frisst, solche in sich zu finden. Manchmal sitze ich über meinen Prosatexten wie an einem Gedicht, oder habe Passagen, die mir in der Rohfassung zu trocken sind, und kann dann Minuten bis zu Stunden verwenden, dem Text noch mehr poetische Farbe zu geben.

    Das braucht seine Zeit, was ein Nachteil in dieser schnelllebigen Welt sein kann, aber ich denke da langfristig. Diese Art von Stil kann nämlich niemand so schnell nachmachen und ich hoffe, dadurch auch ein gewisses Markenzeichen zu bilden. Zum Teil klappt das schon, ich bin bei Leuten, die schon länger mit mir zu tun haben, als „dunkle Poetin“ schon bekannt 🙂

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      1. „Kill your darlings“ ist da mehr als wichtig, auf jeden Fall 😉 Ich hatte da als Lektorin schon fürchterliche Streitereien mit einer Autorin … die benutzte nämlich zu gern schiefe Metaphern, deren Anpassung oder Streichen sie als „Eingriff in ihren Stil“ empfand. Schwierige Sache. Nein, eigentlich, da muss man mit dem entsprechenden Feedback der Leser einfach knallhart zu sich sein!

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