[Buchgedanken] Alexandra Kleeman: „A wie B und C“

In der letzten Zeit habe ich im Rahmen einer Leserunde den Debütroman „A wie B und C“- von Alexandra Kleeman gelesen. Der gesellschaftskritische Roman, erschienen im Zürcher „Kein & Aber Verlag“ für den deutschsprachigen Raum, wurde 2015 unter dem Originaltitel „You Too Can Have A Body Like Mine“ von HarperCollins veröffentlicht und erschien auf der Longlist des „Center for Fiction First Novel Prize“.

„A wie B und C“ ist das verwirrendste, bizarrste Buch, das ich in meinem ga41-c2d9jv4l-_sx311_bo1204203200_nzen Leben bisher gelesen habe. Die Protagonistin A, lebt zusammen mit ihrer Freundin B, die immer mehr wie A werden will. Beide ernähren sich nur von Wassereis oder filetierten Orangen und sind auf Schönheitsprodukte fixiert. C ist der Partner von A und schaut im Fernsehen Haidokus, Pornos oder Spielshows. Ein Hauptaugenmerk des Buches liegt auf den bizarren, absonderlichen Werbespots für TruBeauty und Kandy Kakes, die die Kopfkinos der Leser sofort zum Laufen bringen und mit verstörenden Bildern füllen. Man nehme eine Sekte hinzu, eine Supermarktkette mit absonderlichen Geschäftsmethoden und fertig ist ein wahrlich beeindruckendes Buch. Ach ja, und Kalbfleisch spielt auch noch eine Rolle ;).

Irgendwie fehlen mir die Worte, dem Roman auch nur im Ansatz gerecht zu werden. Wahrscheinlich muss man das Buch zweimal, dreimal lesen, um alles verstehen zu können. Der Autorin gelingt es, durch die gnadenlose Überzeichnung der Figuren, durch die konsequente Fixierung auf die Seltsamkeiten eine leicht futuristische Schreckensvision zu entwerfen, der wir uns gesellschaftlich immer stärker annähern. Dabei spielt sie mit den Worten und erschafft ein stilistisches und sprachliches Meisterwerk. „Von A wie B und C“ erweckt den Anspruch, mehr als ein Buch zu sein – und in gewissem Maße gelingt es sogar. Es ist eine Mahnung, ein Gleichnis; eine unverhohlene Kritik an gesellschaftlichen Fehlentwicklungen.

Selten hat mich ein Buch so beschäftigt. Und dabei war die Erwartungshaltung bereits hoch – etwas, was das Buch sogar fördert, indem es prominente Rezensionen auf der Innnenseite des Buchumschlages abdruckt. Von der „Vogue“ als „Fight Club für Frauen“ bezeichnet, muss sich „A wie B und C“ nicht verstecken. Zwar habe ich Chuck Palahniuks Meisterwerk nicht gelesen, sondern nur die ebenfalls exzellente Verfilmung gesehen – aber für „A wie B und C“ würde ich mich ebenfalls an der Kinokasse einreihen. Am ersten Tag. Am aussagekräftigsten fand ich jedoch die bestechende Rezension der „New York Times“, die ich der Einfachheit halber hier zusätzlich verlinken möchte um den Lesern ein umfassenderes Bild des Buches zu präsentieren.

Nur am Rande möchte ich das wunderschön gestaltete Cover / den wunderschön gestalteten Buchumschlag und den exzellenten Buchsatz erwähnen.

Mein Fazit? „A wie B und C“ ist ein bestechender, gesellschaftskritischer Roman der den Leser im positivsten Sinne maximal verwirrt und verstört zurücklässt. Für jeden zu empfehlen, der einen Blick über den Tellerrand der Trivialliteratur werfen möchte. Mit ihrem Debüt hat Alexandra Kleeman den Grundstein, für eine beeindruckende Karriere gelegt – ich bin mir sicher, wir werden noch viel von ihr hören.

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2 Gedanken zu “[Buchgedanken] Alexandra Kleeman: „A wie B und C“

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