[Buchgedanken] Robert Königshausen: „13 Tage, und keinen mehr“

Im Rahmen einer Leserunde habe ich  den (Kurz-)Roman „13 Tage, und keinen mehr“ von Robert Königshausen gelesen – eine Mischung aus Krimi und Romantik, erschienen im Selfpublishing.

Noah kehrt nach dem Tod seines Vaters auf die Insel seiner Jugendzeit zurück, um seiner Mutter beim Umbau des Familienhauses zu einer Pension zu helfen. Dort trifft er nicht nur seine Jugendliebe Maria wieder, sondern findet auch Unterlagen und Pläne seines Großvaters über die Bunker der Wehrmacht auf der Insel. Als ein Toter am Strand angespült wird und sich mysteriöse Vorkommnisse häufen, begibt sich Noah auf die Suche nach den Geheimnissen der Insel, die zudem um Marias reichen Ehemann, Jacques Kaufmann, kreisen.31qklfq5bxl-_sx331_bo1204203200_

Leider wird aus meiner Sicht das durchaus vorhandene Potential der Geschichte nicht voll ausgeschöpft, die Handlung geht nicht so recht voran und der Autor verliert sich in ausufernden und überflüssigen Beschreibungen, anstatt den Leser zusammen mit den Protagonisten die Handlung selbst erleben zu lassen (man mag von „Show, don’t tell“ halten, was man will – hier wurde der Grundsatz jedoch völlig ignoriert). Schade, dabei ist der Plot wirklich gut – man hätte hier die Flüchtlingsproblematik gut in einen atmosphärischen Regionalkrimi einbauen können, der zudem noch eine ergreifende Liebesgeschichte beinhaltet – doch leider bleibt das Buch zu sehr an der Oberfläche…

Die Protagonisten machen einen durchaus sympathischen Eindruck, leider wird man mit ihnen nicht gänzlich warm. Ich persönlich finde bei einer so überschaubaren Personenanzahl die auktoriale Erzählperspektive auch etwas unglücklich gewählt, da so die Distanz zum Text eher noch vergrößert wird – aber das ist nur mein persönlicher Geschmack.

Das Cover gefällt mir gut, die Anzahl der Fehler hält sich gerade noch im tolerierbaren Bereich, sieht man von der gelegentlichen Verwendung umgangssprachlicher Ausdrücke ab.

Mein Fazit? „13 Tage, und keinen mehr“ bietet eine in Ansätzen interessante und spannende Geschichte, die leider etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt. Als leichte Urlaubslektüre gerade aufgrund der geringen Länge gut geeignet.

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