DiesesBuchHatEinenHypeVerdient – Thema: Humor

Willkommen zur vierten Woche der Aktion #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient :). Das Thema in dieser Woche lautet: „Humor“, und dieses Mal fiel mir die Wahl nicht ganz so leicht. Alles, was mir spontan zu dem Thema eingefallen ist, erfüllt bei Weitem nicht die Kriterien, um es hier vorstellen zu können, sei es humoristische Fantasy von Terry Pratchett oder Ben Aaronovitch oder die Situationskomik in Manuela Inusas Blanvalet-Debüt „Jane Austen bleibt zum Frühstück“.

Doch dann habe ich mich an eines meiner ersten Rezensionsexemplare erinnert: „Hund 51wgm-ruool-_sx322_bo1204203200_Couture“ von Hasso Longnose. Auch wenn mich das Ende des Buches nicht restlos überzeugt hat (wie ich auch in meiner Rezension angemerkt habe), ist das Buch um den zukünftigen Stardesigner Hasso Longnose und seine tierischen Freunde doch ein humoristischer Leckerbissen Witzige Charaktere, absurde Situationen und ein flüssiger, von Wortspielen gespickter Schreibstil sorgen in jedem Fall für ein Lesevergnügen, bei dem man auch verschmerzen kann, dass der Autor vielleicht das ein oder andere Mal etwas übers Ziel hinausgeschossen ist. Auf jeden Fall eine willkommene Überraschung im Lesejahr 2016: Dieses Buch hat einen Hype verdient!

Wie immer gibt es alle Informationen zur Aktion und den Sammelpost *hier*.

Das Handy: Geschichten, wie nur das Leben so schreibt

Als ich heute auf dem Weg zur Arbeit war, hat mich mein Handy verlassen. Sang- und klanglos hat es sich bei etwa 80% Akkustand verabschiedet. Jeglicher Versuch, es wieder einzuschalten, scheiterte. Auch auf ein angestecktes Netzteil, alle denkbaren Tastenkombinationen und das (hundertfach) wiederholte, längere Drücken des Einschaltknopfes reagierte es nicht. Über den Tag verteilt habe ich regelmäßig versucht, ihm irgendeine Reaktion zu entlocken, doch es hat mich immer, unbewegt, mit einem schwarzen Bildschirm gestraft. Nach rund 10 Stunden begann ich, mich mit einer Reparatur anzufreunden und machte mich auf den Rückweg aus dem Büro und hielt direkt bei einem Handyspezialisten. Dieser sah nur kurz auf das Gerät, drückte ein paar Knöpfe und empfahl mir, den Akku rauszunehmen und wieder einzustecken – was bei einem Samsung Galaxy S6 leider nicht mehr problemlos möglich ist. Er könne dies tun, ich sollte aber lieber vorher meine Garantiekarte suchen, weil das Öffnen des Gerätes die Garantie endgültig aufheben würde.

Ich fuhr also nach Hause, überprüfte die Garantie (die auch abgelaufen ist), und drückte weiterhin alle denkbaren Knöpfe. Zähneknirschend steckte ich mein Handy wieder ein, verließ das Haus und machte mich erneut auf den Weg zur Werkstatt. Kurz bevor die Straßenbahn dort ankam, drückte ich ein letztes Mal, rein routinemäßig, alle verfügbaren Knöpfe. Und mein Handy fuhr hoch. Es dauerte einige Sekunden, bis ich das realisiert hatte. Schnell sprang ich an der vorletzten Haltestelle aus der Straßenbahn und starrte verblüfft auf das Telefon, das ganz normal startete. Das sich nach mittlerweile 11 Stunden Funktionsuntüchtigkeit etwa 1-2 Minuten, bevor ich es in die Werkstatt gegeben hätte, hochfuhr. Egal, welch höhere Macht hier ein Einsehen mit mir hatte: Danke!

Das Ganze war in diesem Moment so skurril, so irreal, dass ich mir das von der Seele schreiben, und mit Euch teilen musste! Und jetzt wird erstmal mit einem guten Essen gefeiert.

DiesesBuchHatEinenHypeVerdient – Thema: Aufbruch

Und erneut ist Freitag. Dieses Mal lautet das Thema bei der Aktion #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient „Aufbruch/Veränderung“.

Mein Buchtipp für dieses Woche lautet: „Ein Kuss in den Highlands“ von Emily Bold. Das Taschenbuch ist 2014 bei BoD erschienen, das e-Book wurde von „Forever by Ullstein“ veröffentlicht. Meine Rezension findet ihr *hier*.

Der Roman beschreibt Charlottes Leben, das augenscheinlich nicht perfekter sein könnte. 51ysuasv45l-_sx314_bo1204203200_Ein toller Job in der Kunstgalerie, ein erfolgreicher und fürsorglicher Mann und ein Hochzeitstermin in der begehrenswertesten Hochzeitslocation von London. Doch dann stirbt Charlottes Tante und sie erbt ein altes Anwesen in den schottischen Highlands. Dort angekommen, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, entdeckt neue und unbekannte Seiten. Und dann ist dort noch Matt, der Sohn des Gutsverwalters, der sie jedes Mal aufs Neue aus der Fassung bringt.

Über die Handlung hinweg verändert sich Charlotte kontinuierlich, sie wächst mit ihren Erlebnissen und stellt ihr komplettes Leben auf den Kopf. Wenn das mal kein Aufbruch ist!

Zusammen mit Emilys leichtem und überzeugenden Schreibstil, der den Leser behutsam an die Figuren heranführt, mit denen man sich sofort identifizieren kann, macht vor allem die plastische Gestaltung der Protagonisten den Reiz des Buches aus. „Ein Kuss in den Highlands“ überzeugt als Liebesroman auf ganzer Liebe. Dieses Buch hat einen Hype verdient!

So, dann bin ich mal auf eure Empfehlungen gespannt. Wie immer gibt es alles zur Aktion und den Sammelpost unter: https://www.facebook.com/diesesbuchhateinenhypeverdient/?fref=nf :).

 

[Buchgedanken] Toby Clements: „Krieg der Rosen – Winterpilger“

In der letzten Zeit habe ich den Auftaktroman „Winterpilger“ der historischen Rosenkriege-Saga von Toby Clements gelesen. Das Buch ist in Deutschland 2016 bei Bastei Lübbe erschienen und wurde 2014 unter dem Originaltitel „Kingmaker: Winter Pilgrims“ bei Random House veröffentlicht.

Thomas Everingham ist Mönch im Orden von St. Gilbert. In einer eiskalten Winternacht 516mm7rht0l-_sx334_bo1204203200_rettet er außerhalb der Klostermauern die Nonne Katherine, die von Sir Giles Rivens Männern angegriffen wird. Dabei verletzt Thomas den Sohn des Adligen schwer. Als die Soldaten im Kloster einfallen, müssen Thomas und Katherine fliehen und geraten über Umwege mitten in die Thronstreitigkeiten zwischen Lancaster und York. Und immer, immer wieder kreuzen sich ihre Wege mit denen von Sir Giles Riven…

„Winterpilger“ ist ein solider historischer Roman über meine absolute Lieblingsepoche: das britische Mittelalter, insbesondere die Rosenkriege. Und da ich fast alles verschlinge, was darüber geschrieben wird (Rebecca Gablé, Philippa Gregory etc.), musste ich das Buch einfach kaufen, als ich sah, dass es zudem für Fans von Rebecca Gablé empfohlen wurde. Womit wir auch gleich beim Knackpunkt wären: der Roman von Toby Clements kann schlichtweg mit Rebecca Gablés Meisterwerken nicht mithalten und lässt mich leicht enttäuscht zurück.

Um nicht falsch verstanden zu werden. „Winterpilger“ ist kein schlechtes Buch, aber es hat doch einige kleinere Schwachstellen und schöpft sein Potential nicht vollends aus. Dass ich als Rosenkriege-Fanatiker die Nachfolgebände lesen werde – geschenkt. Aber ich hätte mir mehr erwartet.

Die Ausgangslage ist ähnlich wie bei „Das Lächeln der Fortuna“. Dem Protagonisten ist von einem Adligen Unrecht widerfahren, und er begibt sich in die Unwirren des Krieges, um sein Recht einzufordern. Doch Toby Clements gelingt es nicht, eine starke Bindung zu den Charakteren herzustellen. Was aus meiner Sicht daran liegt, dass das Buch insgesamt zu stark ins Beschreiben abdriftet („Show, don’t tell …“). Dazu kommt, dass die an und für sich interessante und spannende Handlung einige Längen aufweist, die den Spannungsbogen unterbrechen, und kleinere Logikbrüche vorhanden sind. Was mir dahingegen gut gefällt ist die (aber auch selbstverständliche) ausführliche Recherche und die Darstellung der einzelnen Schauplätze, die man zusammen mit den weltfernen Protagonisten Thomas und Katherine erkundet.

Leicht frustriert war ich auch von dem Ende, das nicht nur einige, wirklich zentrale Fragen, die über den ganzen Roman aufgebaut worden sind, unbeantwortet ließ, sondern auch sehr, sehr offen gestaltet ist. Leicht unglücklich fand ich auch, dass der Roman im Präsens erzählt wurde, was aber auch daran liegen kann, dass ich generell mit dieser Erzählzeit nicht warm werde, vor allem bei historischen Romanen.

Begeistert bin ich von der hochwertigen Aufmachung des Romanes. Ein wunderschönes, aufwendig geprägtes und für historische Romane passendes Cover, mit aufklappbaren, illustrierten Coverinnenseiten. Vorangestellt sind eine Karte, Stammbäume und die Dramatis Personae. Leider sind in der Buchkorrektur – ungewöhnlich! – doch einige kleinere Fehler durchgerutscht, die aber den Lesefluss nicht stören.

Mein Fazit? „Krieg der Rosen – Winterpilger“ ist ein solider historischer Roman mit leichten Schwächen. Er überzeugt durch die Recherche, lässt jedoch die Bindung zu den Charakteren vermissen. Für Genrefans dennoch zu empfehlen, an die bahnbrechenden Werke von Rebecca Gablé (und übrigens auch an die von Philippa Gregory) kommt er jedoch nicht heran.

DiesesBuchHatEinenHypeVerdient – Thema: Freundschaft

Es ist erneut Freitag – und damit wieder Zeit für die Aktion: #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient :). Ich bin ganz begeistert, wie viele Buchvorschläge in der ersten Woche zusammengekommen sind. Mehr zur Aktion und natürlich einen Sammelpost aller Vorschläge findet ihr *hier*.

Das Thema in dieser Woche lautet: Freundschaft. Und wenn ich an Freundschaft denke, an Menschen, die durch dick und dünn gehen, fallen mir direkt Rory und Lorelai Gilmore ein – Helden meiner Generation, und die Protagonisten einer meiner absoluten 51ea4yw0adl-_sx311_bo1204203200_Lieblingsserien. Daher verwundert es nicht, dass ich Euch heute das Buch vorstellen möchte, das ich gerade lese. Es handelt sich um „Geller Girls – Von Müttern und Töchtern“ von Ashley Gilmore (Rezension folgt in den nächsten Tagen). Der Roman ist 2017 im Selfpublishing erschienen.

„Geller Girls“ ist nicht nur eine Hommage an die Gilmore Girls, sondern spielt sogar in  deren direkter Umgebung (mit amüsanten Querverweisen). Das Buch beschreibt das Leben von Joanna und Melody Geller, Mutter und Tochter, in einer beschaulichen Kleinstadt in Connecticut. Ein chaotischer Alltag, eine ungewöhnliche Familie und die verrückten Bewohner von Woodbury sorgen dafür, dass „Geller Girls“ nicht nur kurzweilig ist, sondern ebenso mit Witz und Charme punkten kann.

Ashley Gilmore ist das Pseudonym einer deutschen Hybridautorin – insgesamt ist Geller Girls das vierte Buch, das ich von ihr lese, und das zweite unter diesem Pseudonym. Und wie alle besticht es auch durch einen lockeren, leicht lesbaren und humorvollen Schreibstil – sodass klar ist: Dieses Buch hat einen Hype verdient!

Was fällt Euch zum Thema Freundschaft ein? Welche unbekannten Bücher könnt Ihr empfehlen? Wie immer: rein damit in die Kommentare 🙂

DiesesBuchHatEinenHypeVerdient – Thema: „weiß“

Herzlich willkommen zur ersten Woche, zum ersten Beitrag der Aktion: #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient :). Nochmal als Erinnerung – Ziel der Aktion ist es, Bücher unbekannter Autoren, die einen Hype verdient hätten (und unter 75 Amazon-Rezensionen haben), vorzustellen. Dafür gibt es sieben Wochen lang jeden Freitag immer ein Thema, zu dem ein Buch zugeordnet werden kann. Das heutige Thema lautet: „weiß“.

Das Buch, das ich Euch ans Herz legen möchte, ist „A wie B und C“ von Alexandra Kleeman, eines meiner absoluten Jahreslesehighlighs 2016. Es ist im April 2016 im schweizerischen Kein & Aber Verlag erschienen, und wurde ursprünglich 2015 unter dem Titel „You too can have a body like mine“ bei Harper Collins veröffentlicht. Es handelt sich um den Debütroman der Autorin, der in Amerika zudem für einige Preise nominiert wurde und den Bard Fiction Award gewann.

„A wie B und C“ ist ein Roman, um die drei Personen A, B und C. Er ist (wie auch in meiner 41-c2d9jv4l-_sx311_bo1204203200_Rezension im Einzelnen ausgeführt), vielleicht das skurillste und sonderlichste Buch, das ich je gelesen habe. Es karikiert die Gesellschaft, überzeichnet die Charaktere gnadenlos und schafft damit ein beklemmendes, dystopisches und gesellschaftskritisches Setting. Die bildgewaltige Sprache und der brilliante Stil der Autorin sorgen dafür, dass der Roman mehr ist als reine Unterhaltung. Er ist Kunst. Umso ärgerlicher, dass weder Verlag, noch Autorin hier in Deutschland wirklich bekannt sind (und umso dankbarer bin ich, dass ich über das Buch damals bei Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde gestolpert bin). Daher war für mich von Anfang an klar: Dieses Buch hat einen Hype verdient!

Jetzt bin ich mal gespannt, was alle anderen zu diesem Thema vorschlagen. Mehr zur Aktion (und ein Sammelpost aller Vorschläge) wie üblich unter: https://www.facebook.com/diesesbuchhateinenhypeverdient/?fref=nf

Liebe Grüße
Erik

[Buchgedanken] Emily Bold: „Ein Kuss in den Highlands“

In den letzten Tage bin ich endlich dazu gekommen, „Ein Kuss in den Highlands“ von Emily Bold zu lesen. Es war das erste Buch, das von ihr auf meinem SuB gelandet war – in der Zwischenzeit habe ich aber immerhin „Lichtblaue Sommernächte“ bereits verschlungen. Der Romance-Roman ist 2014 als Taschenbuch bei BoD veröffentlicht worden, die e-Book-Version erschien beim Ullstein-Imprint „Forever“.

Charlotte hat alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job in einer Kunstgalerie 51ysuasv45l-_sx314_bo1204203200_und einen Freund, der sich seit dem Tod ihrer Eltern liebevoll um sie kümmert. Als er ihr dann noch spontan einen Antrag macht, und die Hochzeit in der bestmöglichen Location gebucht wird, scheint alles perfekt. Bis zu dem Moment, als Charlottes Tante Helen unerwartet stirbt und ihr ein großes Anwesen in den schottischen Highlands vermacht. Dort angekommen, merkt Charlotte, wie sehr sie sich Schottland und ihrer Tante verbunden fühlt. Kann sie wirklich in ihr altes Leben nach London zurückkehren? Und dann wäre da auch noch Matt, der junge Gutsverwalter, der keine Gelegenheit auslässt, sie zu provozieren …

„Ein Kuss in den Highlands“ ist ein klassischer, zeitgenössischer Liebesroman. Das Ausbrechen aus Konventionen aber auch das Klammern an Altbewährtem; der Reiz von etwas Neuem, aber auch die Erinnerung an frühere Erlebnisse; Schicksalsschläge und schicksalshafte Begegnungen: der Autorin gelingt es, aus all diesen Themen einen gefühlsbetonten und spannenden Feel-Good-Roman zu schreiben.

Der Roman besticht vor allem durch seine Charaktere. Matt und Charlotte sind vielschichtig, entwickeln sich über die Handlung weiter und man lernt immer neue Facetten an ihnen kennen. Die kleinen Nebenrollen sind sehr klischeehaft gehalten, dienen aber auch nur dazu, die Handlung voranzutreiben (der laute, selbstverliebte Fußballstar; der reiche Anwalt, der sich als Kunstkenner aufspielt; der homosexuelle Galeriebesitzer; die oberflächlichen Modelfreundinnen etc.).

Neben den Hauptcharakteren hat mich an dem Buch am meisten begeistert, wie gekonnt hier das Thema Kunst, bzw. Malerei mit eingeflochten worden ist. Untrennbar mit Charlotte und der Liebesgeschichte verbunden, zieht sich das wie ein roter Faden durch den Roman. Man konnte als Leser förmlich spüren, wie Charlotte die Bilder fühlt, wie ihre Finger die Pinselstriche unbekannter Künstler nachfahren. Als absoluter Kunstliebhaber hätte ich mir gewünscht, dass noch etwas tiefer ins Detail gegangen worden wäre, aber das hätte für die breite Masse dann vielleicht zu sehr nach Kunstlehrbuch gewirkt :).

Das Cover des Buches ist gelungen, Buchsatz, Korrektorat und Lektorat haben ordentlich gearbeitet. Alles in allem bleibe ich also von Emilys Büchern begeistert – und als nächstes wird (voraussichtlich) „Klang der Gezeiten“ oder „Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt“ auf meinen SuB wandern :).

Mein Fazit: „Ein Kuss in den Highlands“ ist ein überzeugender, zeitgenössischer Liebesroman, der vor allem durch seine Protagonisten und die Verknüpfung mit dem Thema „Malerei“ besticht, auch wenn er nicht ganz an die Brillianz von „Lichtblaue Sommernächte“ heranreicht (für mich ja eines der Highlights 2016). Für Genreliebhaber – oder auch als Urlaubslektüre – bedenkenlos zu empfehlen.